Der Minikredit

Finanzielle Engpässe sind nicht Ungewöhnliches und stellen in der Regel kein allzu großes Problem dar. Wer zur Überbrückung eines solchen Engpasses viel Geld benötigt, nimmt einen klassischen Ratenkredit auf, wer lediglich einen kleineren Geldbetrag für einen kurzen Zeitraum braucht, sollte sich für einen Minikredit entscheiden. Warum? Ein Minikredit ist die ideale Finanzierungslösung, wenn es darum geht einen kurzfristig entstandenen finanziellen Engpass zu überbrücken oder sich einen „kleinen“ Traum zu erfüllen. Beispielsweise um eine unerwartete Rechnung zu begleichen oder sich ein besonders günstiges Schnäppchen zu sichern.

Was versteht man unter einem Minikredit? Was zeichnet ihn aus?

Doch was darf man als Verbraucher eigentlich unter einem Minikredit verstehen? Einordnen kann man Minikredite im Bereich der Kleinkredite für Privatpersonen. Woraus sich erkennen lässt, dass der Minikredit sich vor allem durch zwei wesentliche Merkmale auszeichnet:

  • kleine Kreditsummen
  • kurze Laufzeiten

So sind Minikredite häufig schon ab 50 Euro erhältlich und können auf Wunsch innerhalb von 15 bis hin zu 60 Tagen (optional auch bis zu maximal 90 Tagen) zurückgezahlt werden.

Unterschiede zum Ratenkredit als auch Dispokredit

Woraus sich ableiten lässt, dass sich ein Minidarlehen für bestimmte Finanzierungen nicht eignet und somit keinen klassischen Ratenkredit darstellt. Denn ein solcher klassischer Ratenkredit mit hoher Finanzierungssumme wird meist für größere Anschaffungen aufgenommen und anschließend auch über mehrere Jahre abbezahlt.

Dies gilt beispielsweise nicht für einen Dispokredit, der nicht selten dem Minikredit gleichgestellt wird. Doch dies sollte keinesfalls getan werden, denn auch der Dispokredit weist im Vergleich zum Minikredit erhebliche Unterschiede auf. So ist zwar auch ein Dispokredit, sofern denn mit dem Girokonto als Überziehungsrahmen gewährt, sehr schnell verfügbar und ebenso ist die Inanspruchnahme von kleinen Geldbeträgen möglich.

Doch existieren mit der Inanspruchnahme eines Dispokredits keinerlei festen Tilgungen geschweige denn Laufzeiten. Womit neben, den zumeist hohen Zinskosten eines Dispos, der größte Nachteil eines Dispositionskredites im Vergleich zum Minikredit deutlich wird – die Gefahr des „vor sich Herschiebens von Schulden“.

So warnen Verbraucherschützer immer wieder, dass gerade dies aufgrund der immer höher werden Zinszahlungen die Gefahr einer Überschuldung durch den Dispokredit forciert.

Wer kann einen Minikredit beantragen?

Wie bei jeder Kreditvergabe gibt es auch beim Minikredit gewisse Voraussetzungen, die ein potenzieller Kreditnehmer erfüllen muss. Wer sich also für die Aufnahme eines solchen Minikredits interessiert, der sollte:

  • Das 18. Lebensjahr vollendet haben und geschäftsfähig sein
  • Seinen gemeldeten Wohnsitz in Deutschland
  • Über ein in Deutschland aktives Girokonto verfügen
  • einen regelmäßigen Geldeingang auf seinem Konto vorweisen können

Beim letztgenannten Punkt kann – je nach Anbieter eines Minikredits – sowohl das Gehalt aus einem festen Arbeitsverhältnis gelt als auch beispielsweise das sogenannte Arbeitslosengeld 1 (ALG I), sofern es denn einen Betrag von 700 € netto übersteigt.

Generell gilt: Das Einkommen als auch dessen Höhe dienen den Anbietern von Minikrediten als Sicherheit für den gewährten Kreditbetrag. Dies bedeutet, dass der Kreditvertrag eine Abtretungsklausel beinhaltet, die es dem Kreditgeber erlaubt bei Zahlungs-, Tilgungsrückstand das Recht auf eine Pfändung zur Begleichung der belegbaren Kreditschulden hat.

Wie kann man einen Minikredit beantragen?

Minikredite funktionieren im Grunde wie ein moderner Onlinekredit, das heisst die Beantragung erfolgt in der Regel über die Webseite des gewählten Minikredit-Anbieters. Fast alle Anbieter dieser Kredite bieten zudem einen komplett digital ausgerichteten Bearbeitungsprozess. Dies bedeutet, dass weder irgendwelche Unterlagen per Fax oder Post eingereicht werden müssen noch ein persönliches Vorsprechen bei einem Berater erforderlich ist.

Der Kreditantrag selbst erfolgt über ein einfaches Online-Formular auf der Internetseite des Anbieters. Die gesetzliche vorgeschriebene Identifizierung des Antragstellers erfolgt mittels Verfahren wie verify-u statt und der Nachweis eines geregelten Gehaltseingangs mittels einer Technologie namens Digital Account Check.

Kommt es zum Abschluss einer Kreditvertrags, so bieten mittlerweile fast alle Anbieter die Möglichkeit der digitalen Signatur an. Das heisst, es erfolgt kein zeitintensiver postalischer Versand des Kreditvertrages.

Die Nutzung jener Technologien erlaubt es den Anbietern also innerhalb kürzester Zeit eine positive oder negative Kreditentscheidung zu treffen als auch die Antragstellung selbst bis hin zur Auszahlung der Kreditsummen aus Kundensicht so einfach und transparent wie möglich zu gestalten.

Was kostet ein Minikredit?

Minikredite werden wie jeder andere Kredit in Deutschland gegen Berechnung eines Zinssatzes (effektiver Jahreszins) vergeben. Wie generell bei Krediten bekannt, so variiert auch bei Angeboten von Minikrediten die Höhe des Zinssatzes. Derzeit gelten Zinssätze zwischen 7,9 % bis hin zu 14,5 % effektiv per anno.

Jedoch gibt es immer Sonder-Aktionen bei den Anbietern, die es beispielsweise Neukunden ermöglichen einen festen Kreditbetrag zu Null-Prozent Zinsen aufzunehmen oder aber zu einem deutlich verringerten Zinssatz.

Zudem versehen die Anbieter von Minikrediten ihre Offerten oftmals mit so genannten „zu buchbaren“ Optionen, die vor allem die Punkte einer

  • bevorzugten Bearbeitung
  • Express-Auszahlung

betreffen. Ziel dieser Optionen ist es, dem Kunden durch die Option des „hinzu Buchens“ den gewünschten Kredit innerhalb desselben Tages oder zumindest werktags innerhalb von 24 Stunden bereitzustellen.

Eine weitere Option ist zudem die Aufteilung der Tilgung des in Anspruch genommenen Kredits auf 2 gleichhohe Raten - „2-Raten Option“ - was zum Ziel hat, dem Kunden den Tilgungsdruck zu nehmen. Bedeutet, dass beispielsweise bei einem Minikredit in Höhe von 400 € dieser bei einer gewählten Laufzeit von 60 Tagen dieser Betrag NICHT auf einmal in Höhe von 400 € plus Zinsen getilgt werden muss, sondern in 2 Raten a 200 € plus Zinsen und etwaigen Kosten der gewählten Zusatzoptionen.

Wann wird ein Minikredit ausgezahlt?

Eine generell geltende Aussage zur Auszahlungsgeschwindigkeit kann aufgrund der unterschiedlichen Anbieter nicht gemacht werden. Während es bei dem einen Anbieter einen Zeitraum von 4 Werktagen zwischen Antragstellung und Auszahlung benötigt, so kann dies bei einem anderen Minikredit-Anbieter durchaus auch bis 14 Werktagen dauern.
Generell gilt jedoch, dass bei Inanspruchnahme der kostenpflichtigen Option „Express-Auszahlung“ die Auszahlung des genehmigten Minikredits taggleich beziehungsweise innerhalb von 24 Stunden werktags erfolgt.

Minikredit ohne Schufa – machbar?

Viele Verbraucher haben wissentlich als auch unwissentlich in der SCHUFA sogenannte „Negativ-Einträge“ – beispielsweise durch unbeglichene Rechnung, schlechtes Zahlungsverhalten aus der Vergangenheit als auch durch ganz banale Dinge wie der zu häufigen Nachfrage nach Krediten bei verschiedensten Banken. Wie auch immer stellen diese Merkmale in der Schufa zumeist einen Grund zur Ablehnung von Krediten bei traditionellen Banken dar.

Bei Minikredit-Anbietern verhält es sich etwas anders, auch wenn hier klar sein muss, dass rein rechtlich betrachtet auch die in Deutschland aktiven Minikredit-Anbieter verpflichtet sind, sich ein klares Bild von der Bonität (Zahlungsfähigkeit) eines Kreditkunden zu machen.

Jedoch spielt bei der Vergabe von Minikrediten / Minidarlehen gerade in bezug auf die Bewertung der Bonität nicht allein die Auskunft der SCHUFA eine Rolle. So wird diese aufgrund der geringen Laufzeit als auch der allgemeinen geringeren Kredithöhe die SCHUFA-Auskunft eine eher untergeordnete Rolle.

Sie ist also nicht hauptausschlagend – außer in Fällen, in denen bereits Zwangsmaßnahmen wie

  • laufendes Insolvenzverfahren
  • Kontosperrungen
  • Abgabe der eidesstattlichen Versicherung
  • Lohnpfändungsbeschluss
  • Haftbefehl zur Zwangsvollstreckung vermerkt sind.

Bedeutet: Selbst bei einer leicht belasteten SCHUFA ist die Vergabe eines Minikredit kein Ding der Unmöglichkeit. Kreditentscheidungen werden zumeist aufgrund einer individuellen Einschätzung des Kreditgebers getroffen.

Somit gilt: Einen Minikredit OHNE Schufa gibt es aufgrund gesetzlicher Regelungen nicht, jedoch besteht generell die Chance auf Minikredit TROTZ Schufa.

Zusammenfassung >> Vor – und Nachteile Minikredit

Grundsätzlich gilt für jedes Angebot – so auch im Kreditwesen – das es seine Vor- als auch Nachteile hat. Dies gilt also auch für die Minikredite.

Die Vorteile

  • Geringe Kreditsummen möglich (ab 50 €) - anbieterabhängig
  • Sehr einfache Online-Beantragung
  • Online-Sofortzusage
  • Auszahlung innerhalb von 24 Stunden möglich
  • Kredit auch bei Schufa-Eintrag machbar
  • Klare Regelungen zur Tilgung
  • Kann günstiger als ein Dispokredit sein

Die Nachteile

  • Hohe Gebühren bei den Optionen wie Express-Auszahlung, 2-Raten Option etc.
  • Je nach Anbieter hohe Zinssätze per anno effektiv
  • Höhere Kreditsummen als Bestandskunden möglich

Fazit zum Minikredit

Minikredite stellen bei objektiver Betrachtung und sorgfältiger Auswahl des Anbieters eine hervorragende Kreditalternative dar, um einen kurzfristig aufgetretenen finanziellen Engpass zu überbrücken oder kurzfristig die Liquidität (beispielsweise um ein besonderes Kaufangebot in Anspruch nehmen zu können) zu erhöhen.
Gerade in Anbetracht eines nicht selten geringeren Zinssatzes sollte Minikredit im Vergleich zu dem durchaus häufiger genutzten Dispokredit der Vorzug gegeben werden.